285 Biere schafften es heuer in die Finest Beer Selection

von Conrad Seidl 02/07/2026
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285 Biere schafften es heuer in die Finest Beer Selection

Gräfelfing - Die Finest Beer Selection hat in ihrer diesjährigen Runde 285 Biere mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet und damit die Auswahl gegenüber dem Vorjahr leicht reduziert, als noch 291 Biere die Hürde nahmen. Grundlage der Bewertung ist eine Blindverkostung nach einem 100-Punkte-Schema, bei der die Biere einzeln von einer internationalen Fachjury beurteilt werden. In diesem Jahr stellten sich 843 Biere von 122 Brauereien aus 15 Ländern der Verkostung; nur Produkte mit mindestens 90 Punkten wurden in die Liste aufgenommen und dürfen das Siegel verwenden. 

Die Verkostung fand in der Doemens-Akademie in Gräfelfing bei München statt, die sich seit Jahren als Schulungs- und Prüfungsort für sensorische Beurteilungen von Bier etabliert hat. Mehrtägige Verkostungsrunden strukturieren das Verfahren, bei dem Bierpapst Conrad Seidl in der Jury tätig ist. Die Organisatoren verweisen auf ein „transparentes“ Bewertungsverfahren, das den Brauereien Rückmeldungen zu einzelnen Qualitätsparametern geben soll. 

In den Ergebnislisten finden sich sowohl große Traditionsbrauereien als auch kleinere Spezialbetriebe. Entsprechend stolz waren die Brauerei Kundmüller aus dem fränkischen Viereth-Trunstadt und die Stieglbrauerei aus Salzburg, als sie am Abend des 29. Juni 2026 in Neustadt an der Weinstraße als Brauereien des Jahres der Finest Beer Selection 2026 ausgezeichnet wurden. Beiden Brauereien gelang das Kunststück, ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen und mit jeweils 15 Bieren in die Finest Beer Selection 2026 einzuziehen.

Auch bei den Bieren des Jahres 2026, den am höchsten bewerteten Bieren des gesamten Wettbewerbs, gab es einen Titelverteidiger. Der Aventinus Eisbock von Schneider Weisse aus Kelheim erzielte eine Weltklasse-Bewertung und wurde mit 98 Punkten (innerhalb der 100-Punkte-Skala) nach 2025 erneut zum „Bier des Jahres national“ gekürt. Über das gleiche Spitzen-Voting darf sich die Sakaikashi Brewery aus Kaimachi in Japan freuen. Die 98 Punkte für das Barrel Aged United Stout brachten ihr den Titel „Bier des Jahres international“ ein. Die beiden Biere wurden erstmals mit dem „Weyermann®-Award“ ausgezeichnet. Maßgeblich zum Erfolg des Verkostungsformats tragen neben Weyermann® auch die Firmen Hopsteiner, Siemens, Krones, Ullrich Anlagenbau, Rastal und Winterhalter bei. 

Die Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund meldet fünf prämierte Biere, darunter ein holzfassgereiftes Porter mit 97 Punkten und ein alkoholfreies Ale mit 96 Punkten. Aus Tschechien wird das Dunkellager Budweiser Tmavý Ležák mit 91 Punkten geführt, das nach Angaben der Brauerei seine Position im internationalen Marktsegment festigen soll. Die Bayreuther Bierbrauerei wiederum hebt ihr Helles mit 96 Punkten hervor, begleitet von einem alkoholfreien Hellen und einem traditionellen Urstoff, die ebenfalls die 90-Punkte-Grenze überschritten. 

Die Verkostung versteht sich als Qualitätssiegel und als Marketinginstrument zugleich. Für die Brauereien eröffnet eine Auszeichnung Zugang zu aufmerksamkeitsstarken Kommunikationskanälen, von regionalen Medienberichten bis zu Social-Media-Kampagnen, die die Punktzahlen und Stilbezeichnungen prominent ausstellen. Zugleich versuchen die Initiatoren, das Label als Orientierungshilfe für den Handel und die Gastronomie zu positionieren, die in einem dicht besetzten Markt nach überprüfbaren Qualitätsindikatoren suchen.

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