Salzburg - Die Salzburger Privatbrauerei Stiegl stellt ihre Logistik neu auf und verbindet dies mit einer Erweiterung ihres Bierguts in Wildshut sowie massiven Investitionsplänen in den Brauereistandort Salzburg-Maxglan. Während die Investitionen im ländlichen Innviertel auf eine Stärkung der eigenen Rohstoffbasis und des Spezialitätensegments zielen, werden drei Zustellbasen in Tirol und Oberösterreich geschlossen, 48 Beschäftigte sind von der Maßnahme betroffen.
Laut einem Bericht des Standard sollen die Standorte in Wörgl und Inzing in Tirol bereits im September ihren Betrieb einstellen, die Zustellbasis im oberösterreichischen Asten folgt im November. Betroffen sind vor allem Zusteller und Lagermitarbeiter, die beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet wurden. Stiegl begründete den Schritt mit einem deutlichen Rückgang des Gastronomiegeschäfts, der eine Neuordnung der Logistikstruktur erforderlich mache. Die Brauerei verweist darauf, für die Belegschaft regionale Anschlussmöglichkeiten bei Logistikpartnern zu suchen und Sozialpläne vorzubereiten.
Parallel dazu arbeitet das Unternehmen an der weiteren Entwicklung des Stiegl-Guts Wildshut, das rund 30 Kilometer nördlich der Stadt Salzburg seit 2015 als „erstes Biergut Österreichs“ firmiert. Auf dem Areal mit Bio-Landwirtschaft, Mälzerei, Brauerei und Gastronomie werden alte Getreidesorten kultiviert und zu Bierspezialitäten verarbeitet. Wildshut ist ein Standort, der sich zunehmend als Ausflugsziel und als Versuchsfeld für agrarische und brautechnische Konzepte präsentiert - laut Standard werden dort 3,5 Millionen Euro in neue Brautechnik investiert. Die aktuell dort betriebene Brauanlage wurde vor zwölf Jahren aus der Stiegl Brauwelt - dem Biererlebniszentrum in Salzburg - nach Wildshut transferiert.
Die gleichzeitige Schließung regionaler Verteilerzentren und der Ausbau eines spezialisierten Produktionsstandorts steht exemplarisch für die Verschiebung innerhalb der österreichischen Bierbranche. Während der Absatz im klassischen Fassbiergeschäft mit Wirtshäusern und kleineren Lokalen unter Druck geraten ist, investieren Brauereien in Markenauftritte, Direktvermarktung und erlebnisorientierte Standorte. Die Konzentration der Logistik auf größere Knotenpunkte und externe Dienstleister gehört ebenso zu dieser Entwicklung wie die Betonung besonderer Herkunft und handwerklicher Prozesse, mit denen sich Betriebe im engen Wettbewerb positionieren.